Rituale - Vorbereitung und Durchführung

Was ist überhaupt ein Ritual?

Es ist einfach etwas, das nach einem vorgegebenen Ablauf durchgeführt wird. Oftmals dient es einem feierlichen Zweck. Etwas soll Symbolkraft haben.

Rituale zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen definierten Anfang und ein vorgegebenes Ende haben. Natürlich gibt es auch in unserem Alltag Rituale. Auch das sind Handlungen, die einen gewohnten und bestimmten Ablauf folgen. Rituale sind Dinge, die uns Ruhe geben, da wir den Ablauf kennen. Rituale vermitteln Struktur und Sicherheit. Sie bringen Ruhe in einen oftmals hektischen Alltag, in dem wir spontan und schnell handeln müssen.

Ich spreche hier von Ritualen, die eher einen feierlichen Charakter haben, wie zum Beispiel die Wintersonnenwendfeier.

Natürlich ist es schön, wenn man solch ein Ritual, gerade zu einem wichtigen Jahreskreisfest in einer Gruppe lieber Menschen feiert. Wenn man alleine ist, spricht nichts dagegen, ein Ritual auch alleine durchzuführen.

Gerade an einem Jahreskreisfest liegt oftmals das Thema Dankbarkeit im Mittelpunkt. Ein rituell gestaltetes Jahreskreisfest unterscheidet sich von einem normalen Treffen dadurch, dass man sich Zeit nimmt und sich bewusst bei Mutter Erde für alles bedankt, was von ihr geschenkt wurde.

Die Planung

Natürlich kann man ein Ritual auch spontan ausführen. Man kann aber auch einem Plan folgen, den man immer wieder neu erstellt oder der ebenfalls bereits über Jahre selbst zu einem Ritual geworden ist. Vielleicht magst du folgenden Eckpfeilern folgen:

  • Ziel und Zweck des Rituals

  • Materialien, die eingesetzt werden sollen. Z.B. Kerzen, Räucherungen, Düfte, Kräuter, Kristalle, Symbole für den Kreis

  • Der geplante Ablauf (wann wird was gemacht)

  • Welche Energie wird gebraucht und wie wird sie aufgebaut

Der Ablauf

Ein Ritual folgt also einem bestimmten Ablauf, den ich hier kurz auflisten möchte. Natürlich kann man auch immer seinem eigenen Ablauf folgen. Das hier aufgeführte ist ein sinnvoller Ablauf, so wie wir in unserem Kreis eine Wintersonnwendfeier durchführen.

Das Zusammenkommen

Schon das Zusammenkommen aller Teilnehmenden hat am Abend der Wintersonnwendfeier etwas Schönes. Alle freuen sich. Jeder bringt etwas für das anschließende Festmahl mit: einer den Glühwein, der draußen in der Kälte am Besten schmeckt. Jemand hat an ein Dessert gedacht und ein anderer an den Kuchen zum abschließenden Kaffee.

Jeder hat noch was zu erzählen, alle Gaben bekommen ihren Platz in der Küche der Gastgeberin. Danach werden in unserer Gruppe traditionell Zettel ausgepackt. Dann wird es ruhig.

Das Feuer in der Mitte

Ohne ein Feuer in der Mitte gibt es keine Wintersonnwendfeier. Auch wenn du alleine für dich feierst, entzünde ein Feuer. Es charakterisiert die Wiedergeburt des Lichts an diesem Abend.

An anderen Jahreskreisfesten kann die Mitte auch aus anderen Dingen bestehen. Zum Beispiel ein großes Tuch oder eine Schale mit Dingen, die zum Beispiel die Elemente verkörpern. Aber auch hier wird irgendwo sicher eine Kerze oder mehrere brennen. Kerzen bzw. Feuer gehören zu Ritualen irgendwie dazu. Sie symbolisieren Lebendigkeit, Kraft und Energie.

Ruhig werden und Sammlung aller Teilnehmer

Vielleicht übernimmt einer der Teilnehmer die Ritualleitung. An dieser Stelle würde er die Teilnehmenden zur Sammlung und zur Ruhe aufrufen. Gut wäre dann eine kurze Erdungsübung, eine kleine Meditation oder ein Gebet. Das dient dazu, dass die Teilnehmenden den Fokus von Außen wegnehmen und auf das Innere richten und sich nochmals den Sinn und Zweck des Rituals bewusst machen.

Aufbau der Energie und falls gewünscht eine "magische Handlung"

Hier passt es wunderbar, wenn gesungen oder getrommelt wird. In einer Gruppe, kann man es auch so machen, dass sich alle kurz an den Händen halten und die Menschen links und rechts körperlich spüren. So entsteht eine bessere Verbindung.

Wenn man alleine ist, kann man auch einen passenden Trank genießen, den man vorher mit einem Segensspruch gesegnet hat oder indem man sich einfach nochmals fokussiert auf das, was als nächstes passieren soll.

Während der Wintersonnwendfeier würden wir nun in unserer Gruppe die mitgebrachten Zettel ins Feuer werfen. Was steht auf den Zetteln? Alles, was wir nicht mehr ins neue Jahr mitnehmen möchten, sondern was im alten Jahr bleiben soll. Alles, was man loslassen möchte. Diese Dinge stehen auf diesem mitgebrachten Zettel. Bei einem steht mehr auf dem Zettel, den er im Feuer verbrennt, beim anderen weniger. Um solch einen Zettel anzufertigen, wäre es gut, ihn nicht in aller Eile zu beschreiben, sondern ihn möglichst schon 12 Tage vorher zu beginnen und immer dann was draufzuschreiben, wenn etwas zu einem findet.

Diesen Zettel ins Feuer zu geben ist eine wunderbare magische Handlung. Alle sind still und schauen dem Feuer zu, wie es diesen Zettel verschlingt. Begleitet wird diese kurze Zeit von diesem Spruch:

 
Hörst du das Raunen in der Nacht? Raue Tage sind entfacht.

Der Tag ist kurz, die Nacht ist lang.

Kalt, hart, still liegt alles da,

werde des Unsichtbaren gewahr.

Frösteln, schauern, sich still zusammenkauern,

in der Stille offenbart sich leise,

der Samen für die Weiterreise.

Mond und Sternenlicht dich führen,

öffnen dir verborgne Türen.

Zusammen sein und feiern

Nach der magischen Handlung ist es Zeit, zusammen zu sein und zu feiern. Das Feiern ist ein wichtiger Aspekt, denn es stärkt den Zusammenhalt in einer Gruppe. Während des Rituals bei einer Wintersonnwendfeier wäre jetzt die Zeit, sich vom Feuer zu lösen und in die warme Stube zu gehen. Somit verabschieden wir das Feuer als wunderbarer Helfer beim Ritual und lösen den magischen Kreis.

Wir bedanken uns somit bei allen Helfern, die uns bei diesem Ritual begleitet haben, bedanken uns bei den Elementen, die im Kreis waren, vielleicht auch bei allen Naturwesen, die uns neugierig in diesem alten Bauerngarten unserer Gastgeberin über die Schulter geschaut haben und wir bedanken uns nochmals bei Mutter Erde für ihre Gaben, die wir nun in der Stube genießen werden.

Wenn du alleine ein Ritual durchführst, dann sei einfach einige Minuten ruhig und spüre allem, was sich gezeigt hat nach und bedanke dich dann auf deine persönliche Art und Weise bei allen, die dich begleiteten.

Das Aufräumen

Das Aufräumen hat nicht nur einen logistischen Zweck, sondern es erinnert alle Teilnehmenden nochmals an das bereits beendete Ritual. Es wird sozusagen versiegelt bei allen, die teilgenommen haben.

Rituale gehören zu unserem Leben! Wir wünschen dir viel Freude bei deinem Ritual!


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